Bevor du auch nur einen Euro in ETFs oder andere Investments steckst, solltest du einen Notgroschen aufgebaut haben. Doch wie viel ist genug? Und wo legst du ihn am besten an? Dieser Ratgeber beantwortet alle wichtigen Fragen – mit konkreten Zahlen.

Was ist ein Notgroschen?

Ein Notgroschen (auch: eiserne Reserve oder Liquiditätspuffer) ist ein Betrag, den du ausschließlich für echte Notfälle zurücklegst: unerwartete Reparaturen, Jobverlust, Krankheit oder andere ungeplante Ausgaben. Er liegt auf einem jederzeit verfügbaren Konto und wird nicht investiert.

Grundregel: Erst Notgroschen aufbauen – dann investieren. Ohne Sicherheitspuffer wirst du in einer Krise gezwungen sein, Investments zum schlechtmöglichsten Zeitpunkt zu verkaufen.

Wie viel Notgroschen brauche ich?

Die Faustformel lautet: 3–6 Monatsgehälter (netto). Was das konkret bedeutet:

Beispielrechnung nach Nettoeinkommen

Nettoeinkommen 2.000 €/Monat: Notgroschen = 6.000 – 12.000 €

Nettoeinkommen 2.500 €/Monat: Notgroschen = 7.500 – 15.000 €

Nettoeinkommen 3.500 €/Monat: Notgroschen = 10.500 – 21.000 €

3 oder 6 Monate – was passt zu mir?

Die richtige Höhe hängt von deiner persönlichen Situation ab:

Wo lege ich den Notgroschen an?

Der Notgroschen hat drei wichtige Anforderungen: jederzeit verfügbar, kein Verlustrisiko, zinsbringend. Das schränkt die Optionen ein:

Wie baue ich den Notgroschen auf?

Der schnellste Weg: Pay yourself first. Richte einen Dauerauftrag ein, der direkt nach dem Gehaltseingang einen festen Betrag auf dein Tagesgeldkonto überweist – bevor du irgendetwas anderes ausgibst.

Aufbauplan: 9.000 € Notgroschen in 18 Monaten

Monatliche Einzahlung: 500 € × 18 Monate = 9.000 €

Bei 2,5 % Tagesgeld nach 18 Monaten: ca. 9.168 €

Das sind nur 16,67 € täglich – weniger als ein Restaurantbesuch

Notgroschen aufgebraucht – was nun?

Passiert. Genau dafür ist der Notgroschen da. Wichtig: Sobald du ihn angegriffen hast, hat der Wiederaufbau höchste Priorität – vor ETF-Sparplan, vor Sondertilgung, vor allem anderen. Setze sofort wieder den Dauerauftrag auf.

Häufiger Fehler: Manche legen den Notgroschen in ETFs an, um Rendite zu erzielen. Das klingt clever, ist aber riskant: In einer Krise – genau dann, wenn du das Geld brauchst – sind Kurse oft auf dem Tiefpunkt. Du verkaufst mit Verlust und hast trotzdem nicht genug Geld.

Notgroschen und Haushaltsbudget

Mit dem Budgetrechner von Zinsora siehst du sofort, wie viel von deinem monatlichen Nettoeinkommen nach allen Ausgaben für den Aufbau des Notgroschens übrig bleibt. Gib einfach deine Einnahmen und Ausgaben ein.